Warum Displays keinen Umsatz machen – und relevante Inhalte schon

Dirk Koke im KOKE-Showroom vor Display

Ein Beitrag von Dirk Koke

Ein Display allein erzeugt keine Wirkung. Dirk Koke zeigt, welche vier Fragen Unternehmen vor Hardware, Software und Content beantworten sollten.

Ein Bildschirm ist Infrastruktur, keine Wirkung

Unternehmen beginnen Digital Signage-Projekte häufig mit einer technischen Frage: Welche Größe, welche Helligkeit, welche Auflösung, welches Gerät?

Diese Fragen sind berechtigt. Sie kommen nur oft zu früh.

Ein Display kann eine Botschaft sichtbar machen. Es kann aber nicht entscheiden, welche Botschaft für einen Menschen an einem bestimmten Ort gerade relevant ist.

Die bessere erste Frage lautet deshalb:

Was soll ein Mensch an diesem Ort sehen, verstehen oder tun?

Erst wenn diese Wirkung klar ist, lassen sich Standort, Format, Inhalt, Taktung, Software und Hardware sinnvoll festlegen.

Dirk Koke, Experte für digitale Kommunikation, vor Displays im KOKE-Showroom
Dirk Koke, Experte für digitale Kommunikation, vor Displays im KOKE-Showroom

Vier Fragen vor der Technik

1. Wer steht vor dem Bildschirm?

Ein Stammkunde braucht etwas anderes als ein Erstbesucher. Ein Mitarbeiter in der Produktion befindet sich in einer anderen Situation als ein Besucher im Empfang oder ein Kunde am Point of Sale.

„Alle“ ist keine Zielgruppe. Je genauer die Situation beschrieben ist, desto klarer wird der Inhalt.

2. In welchem Moment wird die Botschaft gesehen?

Menschen warten, gehen vorbei, vergleichen, suchen Orientierung oder müssen schnell handeln. Die verfügbare Aufmerksamkeit kann wenige Sekunden oder mehrere Minuten betragen.

Ein Inhalt, der im Besprechungsraum funktioniert, kann im Schaufenster wirkungslos sein. Nicht weil er schlecht gestaltet ist, sondern weil der Moment ein anderer ist.

3. Welche Information ist jetzt relevant?

Relevanz bedeutet nicht, möglichst viel zu zeigen. Sie bedeutet, im richtigen Moment die Information anzubieten, die eine Frage beantwortet, eine Entscheidung erleichtert oder eine Handlung auslöst.

Das kann ein aktuelles Angebot sein. Eine Wegbeschreibung. Ein Sicherheitshinweis. Eine Warteinformation. Ein Livebild. Oder die Information, die an diesem Standort gerade fehlt.

4. Was soll danach leichter, klarer oder wahrscheinlicher werden?

Guter Content hat eine Aufgabe. Er soll Orientierung schaffen, Aufmerksamkeit auf ein konkretes Angebot lenken, Wartezeit verständlicher machen, Abläufe vereinfachen oder eine nächste Handlung auslösen.

Wenn kein gewünschtes Ergebnis benannt werden kann, lässt sich später auch nicht sinnvoll beurteilen, ob der Inhalt funktioniert.

Große LED-Wand zur Kundenbegrüßung, im Hintergrund Displays im Wartebereich.
Große LED-Wand zur Kundenbegrüßung, im Hintergrund Displays im Wartebereich

Warum das System trotzdem zählt

Wirkung braucht nicht nur eine gute Idee. Sie braucht ein System, das Inhalte planbar, standortbezogen und kurzfristig anpassbar ausspielen kann.

Genau hier werden Software und Betrieb relevant: Playlists, Zeitpläne, Nutzerrollen, Fernsteuerung, Monitoring und die Möglichkeit, Inhalte schnell zu ändern.

Beim Osthafen-Festival wurden mit dem KOKE-Management-System KMS Livebild, Partnerbeiträge und aktuelle Informationen über Playlists organisiert. Der konkrete Nutzen lag nicht einfach in einer großen LED-Wand. Er lag darin, unterschiedliche Inhalte im laufenden Betrieb steuern und kurzfristig anpassen zu können.

Die Technik war notwendig. Die Wirkung entstand aus dem Zusammenspiel von Inhalt, Situation und Steuerung.

Regiesituation für die große LED-Wand, das KOKE-Management-System KMS im Einsatz beim OSthafen-Festival.
Das KOKE-Management-System KMS im Einsatz beim Osthafen-Festival

Fünf Warnsignale

Ein Projekt beginnt wahrscheinlich an der falschen Stelle, wenn:

  • zuerst über Gerätegrößen und erst später über Zielgruppen gesprochen wird;
  • eine Präsentation für alle Standorte unverändert übernommen werden soll;
  • niemand für Aktualität und Freigabe der Inhalte verantwortlich ist;
  • Erfolg nur mit „sieht modern aus“ beschrieben wird;
  • nach dem Start kein Lern- und Anpassungsrhythmus vorgesehen ist.

Der einfache Start

Vor dem ersten Angebot genügt ein Blatt mit fünf Zeilen:

  1. Ort und Situation
  2. Zielgruppe
  3. wichtigste Information
  4. gewünschte Handlung oder Wirkung
  5. Verantwortlicher für Aktualität

Damit ist noch kein System geplant, aber die technische Beratung beginnt auf einer besseren Grundlage.

Schluss

Displays alleine erzeugen keine Wirkung von selbst.

Sie schaffen die Fläche, auf der Wirkung entstehen kann.

Ob daraus Orientierung, Aufmerksamkeit oder Geschäft wird, entscheidet nicht die Diagonale des Bildschirms. Die Relevanz des Inhalts ist entscheidend – im richtigen Moment, am richtigen Ort und für einen konkreten Menschen.

Wenn Sie ein Digital Signage-Projekt planen, beginnen wir nicht mit einem Gerät. Wir beginnen mit der Wirkung, die Sie erreichen wollen.

Digital Signage mit LED-Flächen und VR-Anwendungen lassen sich mit großer Wirkung kombinieren
Digital Signage mit LED-Flächen und VR-Anwendungen lassen sich mit großer Wirkung kombinieren



Dirk Koke

Ich bin Dirk Koke, ein leidenschaftlicher Experte und Pionier im Bereich Digital Signage,Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Branche habe ich mich darauf spezialisiert, die Grenzen der digitalen Welt zu erweitern und innovative Lösungen zu entwickeln, die das Potenzial haben, unser Verständnis von Realität und Interaktivität neu zu definieren.

Auf diesem Blog teile ich meine Gedanken, Projekte und die neuesten Trends in der Welt der virtuellen und erweiterten Realität. Ich freue mich darauf, diese spannende Reise mit Ihnen zu teilen.

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