Dirk Koke liest auf der Leipziger Buchmesse 2026 aus seinem Buch „Was zur Hölle ist Realität?“
Die Leipziger Buchmesse 2026 war für mich in vielerlei Hinsicht ein besonderer Moment. Nicht nur, weil sich die Messe einmal mehr als einer der wichtigsten Treffpunkte für Literatur, Diskurs und gesellschaftliche Debatten gezeigt hat – sondern vor allem, weil ich dort mein Buch „Was zur Hölle ist Realität?“ auf einer Bühne präsentieren durfte, die inhaltlich kaum passender hätte sein können: dem Forum Mensch und KI, kuratiert vom SZ Institut.
Schon beim Betreten der Bühne wurde deutlich, dass diese Lesung keine klassische Buchvorstellung werden würde. Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, das Publikum aufmerksam, neugierig.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Dirk von Gehlen, dessen präzise Fragen und kluge Einordnung dem Gespräch von Beginn an eine besondere Tiefe verliehen. Aus der reinen Lesung entwickelte sich eine rege Fragerunde mit vielfältigen Standpunkten.

Einstieg: Realität als Konstruktion
Ich habe die Lesung bewusst nicht mit einer klassischen Einführung begonnen, sondern mit einer zentralen These des Buches:
Dass das, was wir Realität nennen, kein objektiver Zustand ist, sondern das Ergebnis von Wahrnehmung, Interpretation und Kontext.
Ein kurzer Textauszug führte direkt in diese Perspektive – ohne Umweg über Alltagsbeschreibungen oder narrative Aufwärmphasen. Die unmittelbare Konfrontation mit der Frage „Was ist eigentlich real?“ erzeugte genau die Irritation, die ich mir für diesen Moment gewünscht hatte.
Denn Irritation ist kein Störfaktor.
Sie ist der Anfang von Erkenntnis.
Zwischen Technologie und Wahrnehmung
Im weiteren Verlauf der Lesung ging es um die zunehmende Verschiebung unserer Wirklichkeitswahrnehmung durch technologische Systeme.
Virtuelle und erweiterte Realitäten sind dabei nicht nur Werkzeuge oder Spielereien. Sie sind Medien der Wirklichkeitsgestaltung.
Wenn wir beginnen, Räume zu betreten, die vollständig konstruiert sind – visuell, auditiv, interaktiv –, dann stellt sich nicht mehr nur die Frage, wie real diese Räume sind.
Sondern vielmehr:
Welche Realität für uns handlungsrelevant wird.
Diese Verschiebung wurde im Publikum spürbar. Man konnte förmlich beobachten, wie sich Perspektiven verschoben – von einem eher technischen Verständnis hin zu einer erkenntnistheoretischen Dimension.

Die Matrix als Denkmodell
Ein besonderer Moment der Lesung war die Passage zur Matrix. Nicht als filmisches Zitat, sondern als Denkmodell: die Idee, dass eine vollständig konstruierte Wirklichkeit subjektiv nicht von einer „echten“ zu unterscheiden ist, solange sie konsistent erlebt wird. Diese Passage hat im Raum eine spürbare Resonanz erzeugt, weil sie die abstrakte These des Buches greifbar macht.
Wenn Wahrnehmung der einzige Zugang zur Welt ist, dann wird die Frage nach der „wahren“ Realität sekundär gegenüber der Frage nach ihrer Kohärenz und Wirkung.
Genau hier liegt die Brücke zu heutigen Technologien: Wir bewegen uns nicht in einer fernen Science-Fiction, sondern in einem Spektrum von zunehmend überzeugenden Simulationen.
Die Matrix ist damit weniger ein Szenario als ein Referenzrahmen, um zu verstehen, wie fragil unsere Gewissheiten über Realität tatsächlich sind.

Die Rolle von KI: Verstärker von Realität
Ein zentrales Thema, das sich durch mehrere Fragen zog, war die Rolle von Künstlicher Intelligenz.
KI ist kein neutraler Beobachter.
Sie ist ein aktiver Mitgestalter von Realität.
Sie kuratiert Inhalte, generiert Bilder, simuliert Gespräche und erschafft zunehmend kohärente Erlebnisräume. Damit verschiebt sich die Grenze zwischen dem, was wir als „gegeben“ und dem, was wir als „gemacht“ wahrnehmen.
Die Konsequenz daraus ist tiefgreifend:
Wenn Realität gestaltbar wird, wird sie auch beeinflussbar.
Und genau hier entsteht die zentrale Verantwortung unserer Zeit.
Atmosphäre und Resonanz
Was diese Lesung besonders gemacht hat, war nicht nur der Inhalt, sondern die Atmosphäre.
Es war kein klassisches Bühnen-Setting mit klarer Trennung zwischen Autor und Publikum. Vielmehr entstand ein gemeinsamer Denkraum.
Ein Raum, in dem Unsicherheit erlaubt war.
Ein Raum, in dem Fragen wichtiger waren als Antworten.
Ein Raum, in dem deutlich wurde, dass wir uns als Gesellschaft gerade erst am Anfang eines fundamentalen Wandels befinden.
Viele Gespräche setzten sich im Anschluss außerhalb der Bühne fort. Genau das ist es, was eine Messe wie Leipzig auszeichnet: Sie endet nicht mit dem letzten Satz auf der Bühne.

Fazit: Realität ist kein Zustand, sondern ein Prozess
Die Leipziger Buchmesse 2026 hat einmal mehr gezeigt, dass Bücher nicht nur Inhalte transportieren, sondern Räume öffnen können.
„Was zur Hölle ist Realität?“ ist kein Buch, das Antworten liefern will. Es ist ein Buch, das Fragen stellt – und genau das wurde auf dieser Bühne lebendig.
Wenn ich einen Gedanken aus dieser Lesung mitnehme, dann diesen:
Realität ist nichts, das wir einfach vorfinden.
Sie ist etwas, das wir – bewusst oder unbewusst – ständig mitgestalten.
Und vielleicht liegt genau darin die wichtigste Erkenntnis:
Dass wir Verantwortung tragen. Nicht nur für das, was wir tun.
Sondern auch für das, was wir für real halten.
Ich danke dem SZ Institut für die Einladung, Dirk von Gehlen für die kluge Moderation und vor allem dem Publikum für die Offenheit, sich auf diese Fragen einzulassen.
Die Diskussion hat gerade erst begonnen.

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